Primäre membranöse Nephropathie

Klinische Bedeutung

Die primäre membranöse Nephropathie (pMN), auch als primäre membranöse Glomerulonephritis beschrieben, ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Nierenkörperchen, die mit zunehmender Nierenfunktionseinschränkung einhergeht. Der zugrunde liegende Autoimmunmechanismus beruht auf der Reaktion von Autoantikörpern (AAk), die gegen die Glykoproteine Phospholipase-A2-Rezeptor (PLA2R) und Thrombospondin Type-1 Domain-containing Protein 7A (THSD7A) gerichtet sind. Diese Transmembranproteine werden auf der Oberfläche der Podocyten in humanen Glomeruli exprimiert. Eine Antikörperbindung führt zur Schädigung der Podocyten und zum Übertritt von Eiweiß in den Primärharn (Proteinurie). Die pMN ist die weltweit häufigste Nierenerkrankung mit nephrotischem Syndrom bei Erwachsenen. Sie kommt in allen ethnischen Gruppen und bei beiden Geschlechtern vor, bei Männern über 40 Jahren und weißer Hautfarbe häufiger. Bei jüngeren Frauen sollte bei Verdacht auf eine pMN eine Lupus-Nephritis in Erwägung gezogen werden. Bei Kindern ist die primäre MN wesentlich seltener. Die primäre Form der MN ist von der sekundären Form abzugrenzen, die infolge von Infektionen, Applikation von Pharmaka, Drogen oder Toxinen, bei Kollagenosen und anderen Autoimmunerkrankungen sowie bei Tumoren auftreten kann und durch eine Therapie der Grunderkrankung einen milderen Verlauf nimmt. Die Behandlung der pMN zielt auf eine Verbesserung der Prognose ab, insbesondere im Hinblick auf das nephrotische Syndrom und die Hypertonie.

Diagnostik

Die Diagnose der pMN kann durch Nierenpunktion und feingewebliche sowie elektronenmikroskopische Untersuchung des gewonnenen Nierengewebes gestellt werden. Kennzeichnend ist hierbei die Ablagerung von Immunkomplexen auf der Außenseite der glomerulären Basalmembran. Weniger aufwendig und ohne Belastung für den Patienten ist der serologische Nachweis der pMN. Die Identifizierung und Charakterisierung von PLA2R und THSD7A als Zielantigene zirkulierender Autoantikörper bei der pMN besitzt eine große Bedeutung für die nicht-invasive Diagnostik. Autoantikörper der Klasse lgG gegen PLA2R sind hochspezifisch und können im Serum von bis zu 80% der Patienten mit pMN nachgewiesen werden. Bei Gesunden und Patienten mit sekundärer MN finden sich diese AAk hingegen nicht. Die Angaben zur Prävalenz der AAk gegen THSD7A reichen bis zu 10%. Auch wenn beide Antikörper parallel auftreten können, wurden Anti-THSD7A-Antikörper vorwiegend in anti-PLA2R-seronegativen pMN-Patienten gefunden. In Ergänzung zu Anti-PLA2R-Antikörpern stellen Anti-THSD7A-Antikörper somit einen weiteren Marker in der serologischen Diagnostik der pMN dar, der aufgrund der hohen Spezifität, wie die Anti-PLA2R-Antikörper, auch ideal zur Abgrenzung von der sekundären MN geeignet ist.

Für die Bestimmung von AAk gegen PLA2R stehen mit IIFT, ELISA und ChLIA drei unterschiedliche Testsysteme zur Verfügung. Der IIFT erlaubt eine qualitative bis semiquantitative Bestimmung humaner IgG-Autoantikörper gegen PLA2R, wohingegen eine Quantifizierung zuverlässig mittels ELISA und ChLIA möglich ist. Der Erfolg der therapeutischen Maßnahmen lässt sich anhand des Anti-PLA2R-Antikörpertiters beurteilen. Der serologische Befund mit Anstieg, Rückgang oder Verschwinden des Antikörpertiters geht dem klinischen Bild voran. Die Titerbestimmung hat daher einen hohen prädiktiven Wert zur Vorhersage einer klinischen Remission oder eines Rezidivs sowie zur Risikoeinschätzung des Wiederauftretens einer pMN nach einer Nierentransplantation.

Der Anti-THSD7A-IIFT ist ein idealer Ergänzungstest zu den Anti-PLA2R-Testsystemen. Durch die parallele Bestimmung oder eine zweistufige Screening-Strategie, bei der Patienten mit seronegativem Anti-PLA2R-Befund auf Anti-THSD7A-AAk untersucht werden, erhöht sich die serologische Trefferquote.

Ausgewählte Produkte:

Methode
Parameter
Substrat
Spezies
IIFT
Antikörper gegen Phospholipase-A2-Rezeptor
(PLA2R-Ak-Kontrolle)
ELISA
Phospholipase-A2-Rezeptor
(PLA2R)
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
ChLIA
Kontroll-Set
Phospholipase-A2-Rezeptor (PLA2R)
ChLIA
Phospholipase-A2-Rezeptor
(PLA2R)
Antigen-beschichtete Magnetpartikel
IIFT
Antikörper gegen Thrombospondin type-1 domain-containing protein 7A
(THSD7A-Ak-Kontrolle)
IIFT
Membranöse-Nephropathie-Mosaik 1
Phospholipase-A2-Rezeptor (PLA2R)
Thrombospondin type-1 domain-containing
protein 7A (THSD7A)
3 BIOCHIPs je Feld:
transfizierte Zellen
transfizierte Zellen
Kontrolltransfektion

EU 90
EU 90
EU 90
IIFT
Phospholipase-A2-Rezeptor (PLA2R)
transfizierte Zellen
Kontrolltransfektion
(2 BIOCHIPs je Feld)
EU 90
EU 90
IIFT
Phospholipase-A2-Rezeptor (PLA2R)
EUROPattern
transfizierte Zellen
Kontrolltransfektion
(2 BIOCHIPs je Feld)
EU 90
EU 90
IIFT
Thrombospondin type-1 domain-
containing protein 7A (THSD7A)
transfizierte Zellen
Kontrolltransfektion
(2 BIOCHIPs je Feld)
EU 90
EU 90
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