Anti-Phospholipid-Syndrom

Klinische Bedeutung

Offizielle Klassifikationskriterien für das Anti-Phospholipid-Syndrom (APS) wurden erstmals 1998 auf einem Workshop im Anschluss an das 8. „International Symposium on Antiphospholipid Antibodies“ in Sapporo, Japan formuliert („Sapporo-Kriterien“; Wilson et al., Arthritis & Rheumatism 1999). Gemäß diesen gilt ein APS als erwiesen, wenn jeweils mindestens ein klinisches und ein serologisches Kriterium erfüllt sind. Zu den klinischen Kriterien gehören neben vaskulären Thrombosen, die entsprechend den dafür vorgeschriebenen Kriterien nachgewiesen sein müssen, auch Schwangerschaftskomplikationen wie Frühgeburt, Abort und Eklampsie. Bei der Aktualisierung der Kriterien 2004 („Miyakis-Kriterien“; Miyakis et al., Journal of Thrombosis and Haemostasis 2005) wurden Antikörper gegen β2-Glykoprotein 1 ergänzt, sodass für die Erfüllung der serologischen Kriterien der Nachweis mindestens einer der drei folgenden Parameter empfohlen wurde: Antikörper gegen Cardiolipin (ACA; IgG oder IgM) oder β2-Glykoprotein 1 (Anti-β2GP1; IgG oder IgM) oder ein positiver Lupus-Antikoagulans (LA)-Test. Bei Letzterem handelt es sich um einen Gerinnungstest. Gemäß den offiziellen Empfehlungen sind die serologischen Kriterien zur APS-Diagnostik erst erfüllt, wenn der jeweilige Befund nach 12 Wochen durch einen erneuten Test bestätigt werden kann. In der Erweiterung der Klassifikationskriterien 2012 (Lakos et al., Arthritis & Rheumatism 2012) wird zudem empfohlen, bei einem negativen ACA- oder Anti-β2GP1-Nachweis für IgG und IgM zusätzlich auf IgA zu testen.

Bei der serologischen APS-Diagnostik können Autoantikörper mehrerer Immunglobulin-Klassen (IgAGM) gleichzeitig vorliegen, häufig wird aber auch nur eine einzige Ig-Klasse nachgewiesen. Die Assoziation bestimmter Immunglobulinklassen (IgAGM) mit definierten klinischen Parametern wird kontrovers diskutiert.

Da circa 10% der gesunden Normalbevölkerung Anti-Phospholipid-Antikörper (APLA) in Form von ACA oder LA aufweisen können und diese auch durch Infektionen oder bestimmte Arzneimittel induziert werden können (z.B. Procainamid und Hydralazin), ist es wichtig, den serologischen Befund mit einem klinischen Kriterium zu verbinden.

Diagnostik

Für den Nachweis von APLA ist der ELISA die Methode der Wahl, da er hochsensitiv ist, einfach durchgeführt werden kann und kein frisches Plasma benötigt. EUROIMMUN bietet Mikrotiter-ELISA zur quantitativen Bestimmung von Autoantikörpern gegen Cardiolipin, β2GP1 und Phosphatidylserin an, bei denen die Immunglobulin-Klassen IgA, IgG und IgM separat oder gemeinsam (IgAGM) untersucht werden können. Alternativ kann auch Lupus Antikoagulans über ein mehrstufiges Vorgehen nach den Leitlinien der „International Society on Thrombosis and Haemostasis” nachgewiesen werden. Die dafür verwendbaren Phospholipid-abhängigen Gerinnungstests weisen zwar eine hohe Spezifität für APS auf, jedoch ist ihre Sensitivität niedrig. Da es zudem keinen Goldstandard gibt, variieren die Ergebnisse in Abhängigkeit der benutzen Testmethode und erschweren so eine zuverlässige serologische Diagnostik.

Die EUROIMMUN-ELISA zur Detektion von Antikörpern gegen Cardiolipin und β2GP1 zeigten in klinischen Studien eine hohe Spezifität: Seren von Patienten mit Virushepatitis, Parvovirus-B19-Infektionen und von gesunden Blutspendern ergaben nur 0 bis 2% positive Ergebnisse, während in anderen Studien für Mitbewerber-Testsysteme Werte bis zu 12% bzw. 50% beobachtet wurden. Im Falle einer Syphilis-Erkrankung kann es auch zum Auftreten von APLA kommen, was das etwas höhere Aufkommen (11 bis 13%) von ACA und Anti-β2GP1-Antikörpern erklärt. Die nachgewiesenen Prävalenzen beider Autoantikörper hinsichtlich APS (86 %) und SLE (24 bis 25%) entsprechen den Daten in der aktuellen Literatur, und insbesondere im Falle von ACA wurde eine sehr hohe Übereinstimmung mit einer internationalen Metastudie gefunden (Kohorte von 1000 Patienten, 88% der APS Patienten waren ACApositiv; Cervera R. et al., Arthritis & Rheumatism 2002).

Ausgewählte Produkte:

Methode
Parameter
Substrat
Spezies
ELISA
Cardiolipin (AMA-M1)
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
ELISA
Cardiolipin (AMA-M1)
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
ELISA
Cardiolipin (AMA-M1)
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
ELISA
Cardiolipin (AMA-M1)
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
ELISA
Phosphatidylserin
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
ELISA
ß2-Glykoprotein 1
Antigen-beschichtete
Mikrotitergefäße
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